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Bochumer Gastronomie- und Kulturszene trifft Bundes- und Landespolitiker der SPD im Bemuda3Eck

Am Montag, 08. Juni 2020, hatten Kulturschaffende und Gastronomen im Bermuda3Eck die Möglichkeit, sich mit einer hochrangigen SPD-Delegation über die aktuelle Lage in ihren Betrieben nach dem Restart auszutauschen und über Hilfen, Lösungsansätze und Perspektiven für die Branche zu sprechen.

Axel Schäfer (MdB), Carina Gödecke (erste Vizepräsidentin des Landtags NRW), Prof. Dr. Karsten Rudolph (MdL NRW) und Serdar Yüksel (MdL NRW) waren eigens zu dem Termin angereist, zu dem die ISG Bermuda3Eck zusammen mit dem Kinobetreiber-Ehepaar Schneider in den großen Saal des Union Kino eingeladen hatte.

Etwa 50 Kulturschaffende und Gastronomen aus der gesamten Innenstadt waren der Einladung gefolgt. Christian Bickelbacher, Frank Gerwers und Edgar Neufeld führten als Vertreter der ISG zusammen mit den politischen Vertretern durch den Abend.

Das Treffen, nach einem 1. Auftakttermin im „Livingroom“ im April d. J. schon das zweite seiner Art, war ein voller Erfolg!

Nach einer kurzen Einführung zum neuen Konjunkturpaket des Bundes und den aktuellen Herausforderungen des Krisenmanagements auf Bundes-, Landes- und Städteebene standen die praktischen Erfahrungsberichte der Betreiber nach dem Restart der Gastronomie unter Pandemie-Bedingungen und die dabei auftretenden Probleme im Mittelpunkt. Ebenso die Forderung nach einer Planungsperspektive für die noch auf unbestimmte Zeit im Shutdown befindlichen Nutzungen wie Diskotheken und Clubs, für die die in Planung befindliche Corona App eine neue Perspektive eröffnen könnte.

Der gegenseitige Austausch war von einem hohen Maß an gegenseitigem Verständnis und Praxisorientierung geprägt. Hierbei kam die Überlegung auf, bei der Entwicklung und Anwendung der Hygieneschutzverordnungen auch auf politischer Ebene aktiv mit erfahrenen Praktikern zusammenzuarbeiten und der Qualität des Hygienekonzeptes des einzelnen Betriebs bei der Auslegung der Verordnungen mehr Raum zu geben. Der gegenseitige Austausch von Informationen zu Best-Practice-Beispielen von Hygiene-Konzepten für die unterschiedlichen Nutzungsarten wurde als sehr sinnvoll erachtet, um gute Lösungsansätze allen verfügbar machen und den Restart landesweit unterstützen zu können.

Das Gespräch über die wirtschaftlich schwierigen Bedingungen des Restart waren ebenfalls ein Hauptgegenstand des Abends. Viele Betriebe wie beispielsweise die Filmtheater verfügen in der Pandemie-Phase nicht über die Perspektive selbst 50% ihres Vor-Corona-Umsatzes erreichen zu können. Für die Gastronomen, die wiedereröffnet haben, ist die Lage ähnlich schwierig. In der augenblicklichen Sommersaison lässt sich mit den Freisitzen zumindest teilweise gegensteuern, aber die Befürchtungen über eine Insolvenzwelle in der kalten Jahreszeit, d. h. im Herbst und Winter, wenn die Außensitzplätze witterungsbedingt nicht mehr frequentiert werden, nehmen zu.

Verringerten Umsätzen steht gleichzeitig erhöhter Personalaufwand für die Umsetzung der Hygienekonzepte wie für die Besucherregistrierungen, die Platzanweisungen, die ständigen Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten, … gegenüber. Die Anwesenden des Abends teilen die Sorge, dass nicht finanzierbare Personalkosten in den Innenstadtbetrieben des Einzelhandels, der Gastronomie und der Freizeitwirtschaft perspektivisch zu massenhaften Arbeitslosenzahlen in den schwächeren, einkommensärmeren Bevölkerungsschichten führen können, die zu enormen Kosten in den sozialen Sicherungssystemen führen. Insbesondere für die Betriebe typische Mini-Jobber und Werksstudenten haben keine Auffanglösung. Edgar Neufeld bringt hierzu den Vorschlag ein, über eine Umlenkung der entsprechenden Sowieso-Kosten der sozialen Sicherungssysteme als „Personalkosten-Zuschüsse“ in die betroffene Betriebe nachzudenken. Die unverschuldet durch Corona in Arbeitslosigkeit geratenen Menschen würden so wieder weiterarbeiten und unmittelbar der Restart der Betriebe ohne Zusatzkosten gefördert werden.

Die Politikerinnen und Politiker der SPD versprechen die diskutierten Anregungen und Lösungsvorschläge aktiv mitzunehmen und sowohl in Berlin als auch in Düsseldorf in die politischen Beratungen einzubringen.

Ein Folgetreffen unter Hinzuziehung von Vertretern der Stadt Bochum ist geplant.

Die ISG Bermuda3Eck bedankt sich stellvertretend für die Bochumer Kulturschaffenden und Gastronomen herzlich für den gelungenen Abend!

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